Ina Marie Leukel erklärt, wie UWC Short Courses zusammenschweißen

Die 10 Tage in Marcourt, Belgien mit dem Thema „Building & Crossing Borders between Communities“ waren voller Gespräche, Diskussion, Gefühle, Gedanken und vor allem Reflexion. (…) Das Verständnis, sowie das Mitgefühl füreinander haben uns verbunden.

Ein typischer Tag begann damit, dass mich Gonçalo weckte, damit ich zum morgendlichen Yoga mit Elena gehen konnte. Ich dachte mein Handy (mit Weckfunktion) verloren zu haben, was bei all den Erlebnissen jedoch nebensächlich war. Ich wurde auch ohne meinen Wecker wach. Vertrauen.

Nach dem Frühstück und der morgendlichen Versammlung begann der erste Workshop. Jeder Tag hatte einen bestimmten Fokus. Der erste Tag widmete sich dem Selbst, der nächste dem Anderen, ein weiterer der Migration, der Gemeinschaft, Ungleichheit und der Zukunft. Abschließend wurde immer der Bezug zum aktuellen Weltgeschehen hergestellt. Wir sprachen unter anderem über Vorurteile, Empathie, Selbstwahrnehmung, Selbstvertrauen, Migration, Rassismus, Vielfältigkeit sowie gewaltfreie Kommunikation.

Nach einem arbeitsreichen Vormittag folgten das Mittagessen und ein anschließendes Carpe Diem. Eine Zeit zum Energie tanken, in der aber auch Aktivitäten anderer Teilnehmer wahrgenommen werden konnte. Ich musste meine eigenen Grenzen überwinden, als ich trotz anfänglicher Unsicherheit Improvisationstheater angeboten habe. Während des gesamten Short Course mussten wir über unsere eigenen Grenzen gehen. Jeder Programmpunkt bestand aus dem, was wir daraus gemacht haben. Ob es eine Revolution gegen das unfaire System beim „Citytown“ Workshop oder eine persönliche Geschichte war – die Workshops bestanden aus uns und unseren Beziehungen zueinander. So konnte ich beispielsweise bei meinem Improvisationstheater zwei weitere Teilnehmer zum Theaterspielen inspirieren.

Die Nachmittage waren gefüllt mit vielen weiteren tollen Workshops, einer Wanderung und einer Rallye durch die wunderschöne Umgebung. Des Weiteren konnten wir unsere Zeit in einem großen Park mit Fluss verbringen, sowie die Obst- und Gemüsegärten erkunden.

Es fanden sich zu jedem Zeitpunkt tolle Menschen mit denen man über spannende Themen sprechen konnte. Jedoch haben mir auch die täglichen 20 Minuten „Personal Time” — mal ohne Musik, häufig in der Natur – wo man frei malen, schreiben und denken konnte — sehr gut gefallen und eine wirklich wunderbare Erfahrung geboten.

Meine „Umbrella Group“ namens smile traf sich jeden Abend nach dem gemeinsamen Abendessen. In der Gruppe wurde gemeinsam reflektiert und durch Erlebnisse und Spiele konnten wir uns noch besser kennenlernen. Wir haben jedes Treffen mit einer Gruppenumarmung begonnen und beendet.

Ab 23 Uhr war Nachtruhe – eine Regel die wir als Gemeinschaft selber festgelegt haben – damit wir neue Energie für den nächsten Tag schöpfen konnten.

Das Wertvollste was ich aus dem Short Course behalte, ist Teil des UWC Netzwerks sein zu können. Der Short Course war kurz, aber gerade deshalb auch mit einer intensiven Achterbahnfahrt zu vergleichen. UWC ist mehr als nur eine Schule. Egal ob ich gerade Freunde in London, Berlin oder Brüssel wiedersehe – ohne UWC hätte ich diese wunderbaren Menschen nie kennengelernt.