Jule Schnakenberg über ihre Zeit am UWC-Maastricht (2014-16)

Jule Schnakenberg war von 2014 bis 2016 am UWC in Maastricht. Hier erzählt sie uns, was sie seit ihrem Abschluss macht und was sie während ihrer Zeit auf dem UWC Maastricht erlebt hat.

Hallo, ich heiße Jule Schnakenberg und habe 2014-2016 am UWC Maastricht gelebt und gelernt.

Was hast du nach UWC gemacht, und was machst du jetzt?

Nach meinem IB-Diploma habe ich ein einjähriges Praktikum am UWC Changshu China absolviert.

Project Week February 2017 in Guizhou Province (China)

Momentan studiere ich Jura an einer der ältestes Universitäten Schottlands und hoffe mich in der Zukunft auf Umweltrecht spezialisieren zu können. Zwar durfte ich durch und nach UWC auch andere Orte mein Zuhause nennen, eigentlich komme ich aber aus Hamburg und fühle mich diesem Heimathafen auch immer noch verbunden.

Gemeinsam mit dem deutschen Netzwerk UWC helfe ich dabei das Vorbereitungstreffen zu organisieren. Ich finde dies eine tolle Gelegenheit mit anderen Alumnis in Kontakt zu bleiben und mir eine große Dosis UWC Energie abzuholen.

Hast du eine kleine Anekdote über deine First und Second Year Generationen?

Am UWC habe ich jeden Tag etwas über die Welt, eine andere Person oder mich selber gelernt. Das habe ich sehr wertgeschätzt und diese Jahre als unglaublich intensive Zeit wahrgenommen. Meine Zimmernachbarin im zweiten Jahr hat mir kritisches Denken auf eine Art und Weise vorgelebt, die mich noch heute inspiriert und überall mit hin begleitet. Ich habe ihr viel zu verdanken und trage ihre Worte noch immer in mir.

Hast du das College seit deinem Abschluss noch einmal besucht? Was war dein Eindruck?

Ich hatte das Glück einige Male zurück nach Maastricht kehren zu können. Ich habe alte und neue Freunde getroffen, bin an besondere Orte in der Stadt zurückgekehrt und hatte irgendwie ein mulmiges und trotzdem schönes Gefühl im Bauch. Es war komisch an der Maas spazieren zu gehen, meine College-Laufstrecke noch einmal abzulaufen und dieses mal zwar ausgeschlafen und irgendwie doch auch alleine. Ich helfe nun auch bei dem Youth Social Entrepreneurship Programm und war dafür ein paar Mal in Maastricht – ein wunderbares Gefühl dieser Community etwas zurückgeben zu können.

Was wünschst du dem College für die nächsten 10 Jahre?

Ich bin beeindruckt wie sich UWC Maastricht in den letzten 10 Jahren entwickelt hat. Wir haben ein unglaublich engagiertes ‘Community Engagement Team’, inspirierende Lehrkräfte und Residence Mentors, die die Schule zu einem Ort des Erwachsenwerdens, Träumens und Tuns, Reflektieren und Kreieren gemacht haben. Die Schule bindet Kinder ab Kindergartenalter voll in die UWC-Werte mit ein, und die Kontakte mit lokalen Organisationen und der Maastricht University wurden weiterhin gestärkt und weiterentwickelt. Für die nächsten 10 Jahre wünsche ich der Schule, dass sie weiter an sich arbeiten um den Lehrkräften und Schüler*innen ein aufbauendes Umfeld bieten zu können, und dass dieser kontinuierliche Verbesserungsprozess gemeinsam geschieht.

Eine Erfahrung oder Begebenheit die dich nachhaltig bis jetzt geprägt hat?

In meinem ersten Jahr hat sich meine second year Zimmernachbarin zu unserem „Mama Bear“ entwickelt: beschützt wie eine Mutter und uns angestoßen rauszugehen und Dinge zuzutrauen. Vor einigen Monaten habe ich sie nach langer Zeit in einem Sushirestaurant an einer Bahnstation in London wieder gesehen. 30 Minuten, mehr hatten wir nicht – und doch war es wunderschön mit Annika einfach zu plaudern, zu lachen, uns über unsere Chefs zu ärgern, und uns gegenseitig Lebensratschläge mit auf den Weg zu geben. In meinem zweiten Jahr hat Sara mir unglaublich viel bedeutet und wir haben gemeinsam Fahrrad fahren gelernt. Seitdem muss ich oft schmunzeln, wenn ich aufs Rad steige: über die Skurrilität der Welt und wie sich mein Verständnis unserer Gesellschaft, und darüber was ich für selbstverständlich angesehen habe, verändert hat. Oft denke ich darüber nach wie Sara ein bisschen wackelig, aber voller Stolz, auf unseren Fahrradtouren durch die Felder fuhr.

(Foto Copyright: June-Soo Shin)

Vielen Dank Jule für deine Erzählungen über dich und deine Zeit am UWC Maastricht!