Internatsleben

Jugendliche aus über 70 verschiedenen Nationen leben auf einem Campus zusammen. Hier finden sich Informationen über das vielseitige Internatsleben sowie ein Einblick in den Alltag eines UWC-Schülers.

Leben auf dem Campus

Betreuung

Alle UWC-Colleges sind Internate, an denen Schüler aus aller Welt auf einem Campus zusammen leben und lernen. Obwohl Selbständigkeit der Schüler am College gefördert und gefordert wird, ist eine altersgerechte Betreuung der Jugendlichen selbstverständlich. An jedem College gibt es sogenannte Hauseltern, die ihren Schützlingen als Ansprechpartner dienen. Des Weiteren gibt es eine Krankenschwester, Ärzte, die mehrmals wöchentlich in der Schule zugegen sind, Schulpsychologen und Tutoren, die den Jugendlichen bei Problemen zur Seite stehen. Während es keine Möglichkeit gibt, ein UWC als Tagesschüler zu besuchen, haben die meisten Colleges ein Gastfamilienprogramm entwickelt, bei dem Schüler bei Interesse ein paar Wochenenden im Jahr bei einer lokalen Familie verbringen können.

 

Unterbringung

Schüler der United World Colleges erleben andere Kulturen hautnah und müssen sich mit neuen und vielleicht völlig andersartigen Lebenseinstellungen auseinandersetzen. In den meisten Colleges teilen sich deshalb vier Schüler unterschiedlicher Nationalitäten ein Zimmer. Trotz des engen Zusammenlebens gibt es aber auf dem Schulgelände auch immer ruhige Ecken, sei es die Bibliothek, das „Spiritual Center“ oder der Kunstraum. Auch außerhalb des Campus gibt es Orte, die es ermöglichen, sich mal zurückzuziehen.

 

Verpflegung

An den Colleges wird in der Regel landestypische Küche serviert. Zusätzlich stehen oft eine Anzahl ‚westlicher’ Gerichte zur Auswahl und an allen Colleges besteht natürlich die Möglichkeit, sich auch vegetarisch zu ernähren. Meist gibt es auch eine vegane Option. Da  Schüler aus allen Kulturen zusammen leben und auch gemeinsam essen, sind die Küchen zum Großteil darauf eingestellt, auf spezielle Essenswünsche wie koschere oder halal Gerichte einzugehen.

 

Ferien

An den meisten Colleges sind die zwei Schuljahre in vier Halbjahre aufgeteilt. Die Winterferien dauern meist von Anfang Dezember bis Anfang Januar und die Sommerferien von Ende Mai bis Mitte August. Die Zeiten können je nach College leicht abweichen. Am Waterford Kamhlaba UWC in Swasiland, das sich auf der Südhalbkugel befindet, ist das im Januar beginnende Schuljahr in Trimester eingeteilt. Die Sommerferien dort dauern von Anfang Dezember bis Ende Januar.

 

Ein Tag an einem UWC

So vielfältig und individuell die einzelnen Colleges auch sind, gemeinsames Leben und Lernen in internationalem Kontext, spannende Nachmittagsaktivitäten und anregende Diskussionen wird man überall antreffen. Felix Kröner (UWC Costa Rica 2014-16) hat einen typischen Tag zusammengestellt, wie er an jedem UWC ablaufen könnte:

Der Wochentag beginnt zwischen 7.00 und 8.00 Uhr morgens. Bevor der Unterricht beginnt, ist noch Zeit für Last-Minute-Hausaufgaben, duschen und ein schnelles Frühstück. Während sich die Fächer an den verschieden Colleges meist überschneiden, bieten nicht alle die exakt gleichen an: In Kanada beispielsweise kann man Meeresbiologie wählen, in Indien Hindi und in Wales Peace and Conflict Studies.

Zwischen 12.30 und 14.00 Uhr gibt es Mittagessen, zu dem sich alle gemeinsam in der Kantine versammeln, und welches meist von Diskussionen über die Welt und ihre Zukunft begleitet wird.

Je nach College geht es danach entweder weiter mit dem Unterricht, oder aber das Nachmittagsprogramm CAS (Creativity, Action und Service) beginnt. Was hier angeboten wird, variiert sehr stark zwischen den einzelnen Colleges und hängt auch vom persönlichen Engagement ab. Unter „Creativity“ verstehen sich Aktivitäten wie Schülerzeitung, Debattierclub, PoetrySlam oder Theater. Unter „Action“ fallen die verschiedensten Sportarten und Tanz, und unter „Service“ das soziale Engagement der Schülerinnen und Schüler. Beispielsweise spielen sie mit Kindern in sozialen Einrichtungen, betreuen Flüchtlinge, bepflanzen das Schulgelände oder machen eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer. Jeder ist zu jeweils einer Aktivität aus den drei Bereichen verpflichtet, die meisten beteiligen sich aber an mehreren Angeboten und engagieren sich vielfältig.

Das intensive, herausfordernde und dichte IB-Programm nimmt auch täglich Zeit außerhalb des Unterrichts in Anspruch. Vor allem zu Prüfungszeiten bedeutet das für viele Schüler: Lernen – allein oder in kleinen Arbeitsgruppen. Ebenfalls von College zu College unterschiedlich, gibt es designierte Hausaufgabenzeiten, oder eben nicht.

Nach dem Abendessen finden weitere Treffen statt oder man hat Zeit für sich und seine Freunde. Etwas später am Abend wird eine Anwesenheitskontrolle durchgeführt, nach der der Campus nicht mehr verlassen werden darf, und an manchen Colleges gibt es auch eine Bettruhe.

Die Wochenenden nutzen viele Schülerinnen und Schüler für Exkursionen in die Umgebung, für Wandern, Kurzreisen oder Besuche bei Freunden. Wer auf dem Campus bleibt, findet nun Zeit zum Schlafen, Kochen oder Wäsche waschen, organisiert einen musischen oder kulturellen Abend, tauscht sich mit Freunden aus, lernt für die Prüfungen oder schaut einen Film, kurzum: tut das, worauf sie oder er Lust hat. Denn schon am Montag geht es weiter mit einer – typischerweise nie ganz stressfreien – Woche am UWC.

Deutsche Stiftung UWC

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Tel.: +49 30 47374757

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