Unser Kurzprogramm für junge Erwachsene: „Tools for Changemakers“ 2026

Wie können wir junge Changemaker empowern und vernetzen?

Vom 28. April bis zum 2. Mai 2026 haben Elisa Engel und Katherine Leat den UWC Short Course „Tools for Changemakers“ in Freiburg ermöglicht. Gemeinsam mit ihnen blicken wir zurück und fragen: Was hat diesen Kurs so besonders gemacht?

Liebe Elisa, liebe Katherine, mit 20 Teilnehmenden und fünf intensiven gemeinsamen Tagen: Was schafft den größten Lernerfolg und die stärkste Wirkung?

Katherine Leat
Ich denke, dass das gemeinsame Leben, Essen und Lernen starke Verbindungen entstehen lässt. Der Kurs ist bewusst so gestaltet, dass unterschiedliche Erfahrungs- und Lernformen miteinander kombiniert werden. Aktivitäten im Seminarraum, Naturerfahrungen, gemeinnützige Arbeit und gemeinschaftliche Workshops schaffen einen Rahmen, in dem auch schwierige Gespräche und komplexe Fragen bearbeitet werden können – genau jene Themen, die im Zentrum des Kurses stehen.

Elisa Engel
Ich persönlich liebe das Format der Short Courses, weil es einer Gruppe ermöglicht, in einem sehr intensiven und immersiven Umfeld zusammenzuarbeiten. Die Durchführung von UWC Short Courses erinnert mich stark an meine eigene Erfahrung als Alumna des UWC Waterford Kamhlaba: Eine vielfältige Gruppe von Menschen, die sich zunächst fremd sind, kommt zusammen und entwickelt durch die gemeinsame Beschäftigung mit dringenden und bedeutenden Themen sehr schnell eine enge Verbindung. Dabei entsteht ein Raum, der gemeinsam gestaltet wird und sich für alle sinnvoll und bedeutsam anfühlt.

Besonders wichtig ist das bei einem Kurs für Erwachsene, die im Alltag oft weniger Gelegenheiten für solche gemeinschaftlichen Erfahrungen haben als Jugendliche. Fünf Tage mit 19 zunächst fremden Menschen zu verbringen und gemeinsam über die Dinge nachzudenken, die wirklich wichtig sind, ist dann wie ein kostbares Geschenk.

Gemeinschaftsarbeit im Garten des UWC Robert Bosch College

Was war für euch der inspirierendste Moment während des diesjährigen Kurses?

Elisa Engel
Einer meiner Lieblingsmomente ereignete sich bereits am Abend vor dem offiziellen Kursbeginn. Für eine Aktivität am ersten Kurstag mussten wir einen riesigen Baum auf Packpapier zeichnen. Die meisten Teilnehmenden waren bereits angekommen und einige fragten, ob sie helfen könnten. Aus einer weiteren Aufgabe auf unserer To-do-Liste wurde plötzlich ein gemeinsames Kunstprojekt, bei dem Teilnehmende aus ganz Europa zusammenkamen, malten und sich angeregt unterhielten. Das Ergebnis war natürlich deutlich vielschichtiger und schöner, als wir es allein hätten schaffen können. Dieser Moment setzte den Ton für die freudige Zusammenarbeit während des gesamten Kurses.

Außerdem fand ich es toll, wie eng dieser Kurs mit der Natur verbunden war. Von unseren täglichen „nature microdoses“ über die Arbeit im Garten des UWC Robert Bosch College bis hin zum Paddeln auf der Dreisam und den Abenden am Lagerfeuer in unserer Waldhütte – die Natur empfing uns mit offenen Armen.

Katherine Leat
Wie bei jeder Durchführung dieses Kurses war für mich besonders inspirierend, die Menschen kennenzulernen, die sich entschieden haben, daran teilzunehmen. In einer Zeit, die oft von Negativität, Misstrauen und gesellschaftlichen Spannungen geprägt scheint, ist es eine wohltuende Erfahrung, Zeit mit Menschen zu verbringen, die wirklich etwas bewirken möchten. Wie immer verließ ich den Kurs erschöpft, aber gleichzeitig gestärkt, inspiriert und voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Workshop „Food Footprint“

Was habt ihr persönlich als Kurskoordinatorinnen aus diesem Short Course mitgenommen?

Elisa Engel
Ich habe gelernt, bei der Verantwortung für den Erfolg des Kurses  die Zügel nicht zu fest in der Hand zu halten. In diesem Jahr wurden wir von unserem Assistant Facilitator Julian Eiler unterstützt, der eine große Bereicherung für das Team war. Außerdem konnten wir Gäste vom UWC Robert Bosch College, vom UWC Pearson College sowie Marie Caffari begrüßen, eine Alumna des Jahrgangs 2024 von „Tools for Changemakers“ und zugleich Alumna des UWC Atlantic College.

Der Kurs war wirklich ein gemeinschaftliches Projekt, und gerade dadurch wurde er noch reicher. Wie immer bei „Tools for Changemakers“ wurde der Kurs stark durch die Teilnehmenden selbst mitgestaltet. Zu erleben, wie sie Verantwortung übernehmen und aktiv zum Gelingen beitragen, ist eine große Freude. In diesem Jahr bot beispielsweise eine Teilnehmerin sogar freiwillige morgendliche Yoga-Sessions an.

Katherine Leat
Da kann ich mich nur anschließen. Für mich war es befreiend zu erkennen, dass Menschen unterschiedliche Lernstile und Interessen haben und deshalb auf verschiedene Aktivitäten unterschiedlich reagieren. Diese Vielfalt anzuerkennen und ein abwechslungsreiches Programm anzubieten, ist entscheidend.

Besonders augenöffnend war für mich auch der „Food Footprint“-Workshop, der von Tobias Kellner vom UWC Robert Bosch College durchgeführt wurde. Ich war beeindruckt davon, wie viel Landfläche benötigt wird, um den Bedarf einer einzigen Person über ein Jahr hinweg zu decken. Ich hoffe, einen ähnlichen Workshop künftig auch in meiner eigenen Gemeinschaft und in anderen Gruppen, mit denen ich arbeite, durchführen zu können.

Präsentationseinheit in der DJH Jugendherberge Freiburg

Wenn die Teilnehmenden eine zentrale Botschaft aus dem Kurs mitnehmen sollen, welche wäre das?

Elisa Engel
Ich hoffe, dass die Botschaft des Kurses in diesen herausfordernden Zeiten vor allem eine hoffnungsvolle ist. Die Werkzeuge, die wir vorstellen, helfen uns dabei, Menschen um gemeinsame Anliegen zu versammeln, unsere kollektiven Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und diese aktiv zu nutzen. Als Einzelpersonen fühlen wir uns oft machtlos. Doch sobald wir Gemeinschaft schaffen, beginnen wir, unsere gemeinsame Stärke zu spüren. Ich wünsche mir, dass die Teilnehmenden den Kurs inspiriert und verbunden verlassen.

Katherine Leat
Ich hoffe, der Kurs hat die Teilnehmenden an die Kraft einer beharrlichen „Wir können etwas Gutes bewirken“-Haltung erinnert. Selbst scheinbar kleine Handlungen können eine echte Wirkung entfalten. Jede und jeder von uns kann auf eigene Weise einen Unterschied machen: durch die Art, wie wir auftreten, worauf wir unsere Energie richten und wie wir mit anderen zusammenarbeiten.