Unser Online Short Course: Bildung mit internationalem Impact

Dieser Short Course überwindet Grenzen. Was steckt hinter seiner internationalen Wirkung?

Seit fünf Jahren sorgen Tajra Karabasic und Benjamin Selimotic dafür, dass ein zentraler Baustein der internationalen Bildungswirkung von UWC Deutschland Realität wird. Sie sind die Koordinator*innen von „Building a Sustainable Future Online“, einem zweiwöchigen Online-Short-Course, der eine einzigartige Lernerfahrung in die ganze Welt trägt und dabei Grenzen überwindet. Mit mehr als 300 jungen Menschen, die in den vergangenen Jahren teilgenommen haben, ist die Reichweite von „Building a Sustainable Future Online“ enorm. Das gilt insbesondere für jene Teilnehmenden, die in ihren Herkunftsländern mit erheblichen Hürden beim Zugang zu Bildung konfrontiert sind.

Was macht diesen Short Course im Vergleich zu anderen Lernformaten so besonders?

Tajra Karabasic
Eigentlich geht es nicht in erster Linie um die Inhalte. Nachhaltigkeit wird in Hunderten von Klassenzimmern auf der ganzen Welt gelehrt. Der Unterschied liegt im Format. Wir bringen sechzig Teilnehmende aus Dutzenden Ländern für zwei intensive Wochen in einem gemeinsamen digitalen Raum zusammen. Statt Vorlesungen stehen Diskussionen, selbst entwickelte Projekte und ehrliche Reflexion im Mittelpunkt. Das eigentliche Lernen entsteht im Austausch selbst, wenn jemand aus einem bestimmten Kontext die Annahmen einer Person aus einem völlig anderen Kontext hinterfragt. Genau in dieser respektvoll ausgetragenen Reibung entstehen die wichtigsten Erkenntnisse.

Bei 60 Teilnehmenden und intensiven gemeinsamen Tagen: Wodurch entstehen die größten Lernerfahrungen und die größte Wirkung?

Benjamin Selimotic
Die größte Wirkung entsteht dadurch, dass echte Verbindungen aufgebaut werden, obwohl die Teilnehmenden über die ganze Welt verteilt sind. Offene Diskussionen, unterschiedliche Perspektiven, die auch einmal aufeinanderprallen, aktive Beteiligung und ein Umfeld, in dem sich Menschen sicher genug fühlen, ihre Meinung zu äußern – all das macht aus einem Online-Kurs eine Erfahrung, die nachhaltig wirkt. Besonders wertvoll ist es zu sehen, wie die Teilnehmenden selbstbewusster werden, Beziehungen zu Menschen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen aufbauen, ihre eigenen Annahmen hinterfragen und am Ende nicht nur Wissen, sondern auch ein echtes Gefühl von Sinn und Verantwortung mitnehmen.

Was war für euch der am meisten inspirierende Moment im diesjährigen Kurs?

Benjamin Selimotic
Ganz ehrlich: Es ist die Tatsache, Menschen aus allen Teilen der Welt in einem gemeinsamen Raum zusammenzubringen. Wie schon in den vergangenen Jahren hatten wir auch diesmal Mädchen aus Afghanistan dabei, junge Frauen, die seit der Machtübernahme durch die Taliban vollständig vom Bildungssystem ausgeschlossen sind. Ihnen einen Raum zu bieten, in dem sie lernen, diskutieren und gehört werden können, zeigt besser als alles andere, warum diese Arbeit so wichtig ist.

Was habt ihr persönlich als Koordinator*innen aus dem diesjährigen Short Course mitgenommen?

Tajra Karabasic
Jedes Jahr werde ich daran erinnert, dass meine Aufgabe nicht darin besteht, Inhalte zu vermitteln. Meine Aufgabe ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Teilnehmenden voneinander lernen können. Die besten Momente sind fast nie diejenigen, die wir geplant haben. Sie entstehen dann, wenn wir einen Schritt zurücktreten und den Teilnehmenden Raum geben.

Wenn die Teilnehmenden eine zentrale Erkenntnis aus dem Kurs mitnehmen sollen, welche wäre das?

Tajra Karabasic
Dass es für Nachhaltigkeit nicht die eine richtige Antwort gibt. Nachhaltigkeit besteht aus einer Reihe von Abwägungen und Entscheidungen. Diese gemeinsam mit Menschen zu durchdenken, die die Welt anders sehen als man selbst, ist kein Hindernis im Prozess – es ist der Prozess selbst.

Welche Haltung, Fähigkeit oder Perspektive soll die Teilnehmenden noch lange nach dem Ende des Kurses begleiten?

Benjamin Selimotic
Die Fähigkeit, konstruktiv unterschiedlicher Meinung zu sein. Andere Lebensrealitäten und Perspektiven nicht als Hindernis auf dem Weg zur „richtigen“ Antwort zu betrachten, sondern als wichtige Informationen, die man braucht, um überhaupt zu einer guten Antwort zu gelangen. Und darüber hinaus das Selbstvertrauen, selbst zu organisieren, zu argumentieren und etwas auf die Beine zu stellen, anstatt darauf zu warten, dass jemand anderes einen fertigen Plan präsentiert.

 

Wir freuen uns über die Unterstützung und Förderung der „Building a Sustainable Future“-Kurse durch Maxion Wheels.