Über UWC

UWC ist eine einzigartige, internationale Bildungsbewegung, die jungen Menschen im Alter von 16 bis 19 Jahren eine lebensverändernde Ausbildung bietet und sie anregt, sich für Frieden und eine nachhaltige Zukunft einzusetzen.

An derzeit 18 United World Colleges in 18 Ländern, die mehrheitlich als Oberstufeninternate geführt werden, kommen Jugendliche aller Nationalitäten, Kulturen und sozialer Hintergründe zusammen. Gemeinsam leben sie zwei Jahre am College und lernen so im Alltag von- und miteinander. Freiwillige Arbeit in gemeinnützigen Projekten prägt die Schüler*innen nachhaltig. Sie setzen sich so nicht nur mit anderen Lebenswelten auseinander, sondern lernen auch, in verschiedenen Kontexten Verantwortung zu übernehmen.

UWC bietet die Möglichkeit zu einem zweijährigen Schulaufenthalt oder die Teilnahme an einem Sommerkurs. Nach beiden Erfahrungen ziehen die Jugendlichen nicht nur mit neuem Wissen in die Welt hinaus, sondern auch mit Enthusiasmus, der sie befähigt diese zum Besseren zu verändern.

Bewusste und gelebte Vielfalt

Die Schülerschaft an den UWCs ist bewusst größtmöglich divers. Unterschiede und Vielfalt werden nicht nur akzeptiert, sondern zelebriert. Der Begriff von Vielfalt, der am UWC gelebt wird, geht dabei weit über einzelne Kategorien wie Nationalität oder Religion hinaus und umfasst neben geographischen auch sozio-ökonomische und kulturelle Aspekte:

„Bei uns leben Menschen miteinander, die sich unter normalen Umständen nicht begegnen würden. Wir wollen einen Mikrokosmos der Gesellschaft schaffen, die Vielfalt der Welt im Kleinen widerspiegeln. Wir wollen einander unsere Geschichten erzählen und andere Lebenswelten kennenlernen und respektieren. Nur so können wir uns den Problemen und Herausforderungen unserer Zeit annähern und versuchen, Lösungen zu finden.“ Laurence Nodder, Rektor des UWC Robert Bosch College

So leben und lernen am UWC Robert Bosch College z.B. eine Schülerin aus Israel und ein Schüler aus Palästina zusammen oder Iraker dreier Glaubensrichtungen. Aber auch Jugendliche aus weniger offensichtlichen Spannungsfeldern wie den USA und Mexiko oder Hongkong und China treffen aufeinander, diskutieren und lernen ihre unterschiedlichen Perspektiven kennen. Zudem finden Schüler*innen mit unterschiedlichsten sozialen Hintergründen am College zusammen, von heimatlosen Straßen- bis hin zu weltläufigen Diplomatenkindern.

 

Auswahl nach Eignung, Stipendien bei Bedarf

Eine derart vielfältige Schulgemeinschaft wird durch den einzigartigen Aufnahmeprozess ermöglicht:

Die Auswahl orientiert sich ausschließlich an der Eignung der Bewerber*innen. UWC-Schüler*innen werden aufgrund ihres Engagements, ihrer Motivation und ihrer Persönlichkeit ausgewählt. Der finanzielle Hintergrund der Familie spielt dabei keine Rolle. Und die Schüler*innen müssen auch nicht Bestnoten auf ihren Zeugnissen mitbringen.

Die Auswahl übernehmen die weltweit 159 Nationalkomitees, die meist von ehemaligen UWC-Schüler*innen organisiert werden. Sie bewerben UWC in ihren Ländern und suchen vor Ort Jugendliche für die Colleges aus. In Deutschland wählt die Deutsche Stiftung UWC die Jugendlichen aus, die einen Platz an einem der 18 Colleges weltweit bekommen. Sorgfalt, Fairness und Transparenz stehen dabei an erster Stelle, so dass alle Bewerber*innen die gleichen Chancen auf das Abenteuer UWC haben.

Bedarfsorientierte Stipendien stellen sicher, dass die Auswahl einzig aufgrund der Eignung der Bewerber*innen sowie unabhängig vom finanziellen Hintergrund erfolgt. Damit hebt sich UWC positiv von der wachsenden Zahl internationaler Schulen weltweit ab.

 

Geschichte

Kurt Hahn und die Idee UWC

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Ideengeber und geistiger Vater der UWC-Bewegung ist der deutsche Pädagoge Kurt Hahn (1886-1974). Dieser wurde als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie in Berlin geboren, studierte Geisteswissenschaften und arbeitete zunächst im Auswärtigen Amt. Schon früh interessierte er sich für pädagogische Fragen und vertrat ein ganzheitliches Verständnis von Bildung. 1919 gründete er mit Max von Baden das Internat Schloss Salem, 1932 die Schwesterschule Birklehof im Schwarzwald.

Kurt Hahn durchlebte zwei Weltkriege, Faschismus und Emigration. Die Erfahrungen seiner Zeit schlugen sich in seinen Idealen von Bildung und Erziehung nieder: Jungen Menschen sollte mehr vermittelt werden als reines akademisches Wissen. Für ebenso wichtig hielt er Eigenverantwortung, soziale Dienste und internationale Verständigung – so könnten junge Menschen befähigt werden, sich in ihrem Leben aktiv für eine tolerantere, friedlichere und gerechtere Welt einzusetzen.

„I regard it as the foremost task of education to ensure the survival of these qualities: an enterprising curiosity, an undefeatable spirit, tenacity in pursuit, readiness for sensible self-denial and, above all, compassion.“ – Kurt Hahn

Konfrontiert mit dem Kalten Krieg zwischen Ost und West, entwarf Kurt Hahn Ende der 1950er Jahre gemeinsam mit dem englischen Luftmarschall Lawrence Darvall und dem Rear-Admiral Desmond Hoare ein einzigartiges Schulkonzept, heute als United World Colleges bekannt. Unterstützt wurden sie von einem internationalen Beraterstab, dem auch Mitarbeiter der UN angehörten. Als erste Schule dieser Art öffnete 1962 das UWC Atlantic College an der walisischen Küste seine Türen für – zunächst ausschließlich männliche – Schüler aus aller Welt.

Das UWC Atlantic College ist die Geburtsstätte der Rigid-Inflatable Boats (Festrumpf-Schlauchboot), deren Prototyp unter Direktor Rear-Admiral Desmond Hoare entworfen und gebaut wurde. David Sutcliffe, Gründungsmitglied des Atlantic Colleges, veröffentlichte 2010 das Buch „The RIB – The Rigid-Hulled Inflatable Lifeboat and its Place of Birth The Atlantic College“, welches die Ursprünge der Erfolgsgeschichte des Rettungsbootes untersucht. 2014 half das College in Zusammenarbeit mit japanischen Firmen bei dem Entwurf eines neuen Bootes, das nach Tsunamikatastrophen zum Einsatz kommen kann.

UWC bleibt bis heute den Zielen von Kurt Hahn verpflichtet, interpretiert diese aber immer wieder aufs Neue, um den Herausforderungen und Konflikten, die in und zwischen Gesellschaften existieren, zeitgemäß zu begegnen.

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Atlantic College 1969: Schulleiter David Sutcliffe und sein Vorgänger Rear-Admiral Desmond Hoare inspizieren die Rettungsbote. (© Wolfram Wiebicke, UWC Atlantic College 1968-70)
Ein weiterer Einblick in die Geschichte und Meilensteine von UWC lässt sich hier finden.

Deutsche Stiftung UWC

Linienstr. 151
10115 Berlin
Tel.: +49 30 47374757

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